Über 3000 Jahre alt und doch sehr modern
Drei- bis Viertausend Jahre alt sind die ersten Zeugnisse über Akupunkturbehandlungen. In den letzten Jahrhunderten erfährt diese asiatische Heilmethode eine erstaunliche Wiederentdeckung und weltweite Verbreitung. Die Akupunkturlehre ist Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Akupunktur basiert auf einer eigenen Krankheitslehre mit den Grundprinzipien Yin und Yang und der Fünf-Elemente-Lehre.
Zugrunde liegt die Vorstellung, dass Energieleitbahnen (Meridiane), den Körper überziehen, in denen Lebens- und Organenergie fließt. Zehn bis fünfzehn Prozent der Menschen können den Verlauf der Meridiane spüren. Die eingestochene Nadel am Akupunkturpunkt setzt einen Reiz und fördert den ungehinderten Energiefluss in den Meridianen. Ziel der Therapie ist es, den Patienten in ein energetisches Gleichgewicht zu bringen.
In der chinesischen Diagnostik wird der Mensch in seiner Gesamtheit und in seinem vegetativen Regulationszustand erfasst. Puls- und Zungendiagnostik und der Einfluss sogenannter krankmachender Faktoren werden berücksichtigt.
In zahlreichen weltweiten Studien wurden inzwischen auch naturwissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirkungsweise der Akupunktur gewonnen:
- Akupunkturpunkte sind Gefäß-Nerven-Bündel mit herabgesetztem Hautwiderstand.
- Der Nadelreiz hat Einfluss auf das vegetative Nervensystem und die Blutzirkulation.
- Die schmerzstillende und psychisch entspannende Wirkung entsteht durch die Ausschüttung von Hormonen (Endorphine, Serotonin, Kortison) und durch Anregung absteigender schmerzhemmender Nervenbahnen im Rückenmark.
- Die Wirkung auf innere Organe wird segmental-reflektorisch vermittelt.
Übrigens wird Akupunktur auch bei Tieren angewendet. Bei Pflanzen konnte man ebenfalls Meridiane nachweisen und es kommt durch Nadeln zur Verbesserung des Wachstums. Sogar Geigen werden akupunktiert, um den Klang zu verbessern.
